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Quelle: Axis

Trendthema Videoüberwachung - was ist zu beachten?

Lars Nahme, System Engineer

SPIE FLEISCHHAUER digital im Interview mit Lars Nahme, System Engineer bei SPIE FLEISCHHAUER in Hannover für Netzwerk- und CCTV-Technik.

SPIE FLH digital: Herr Nahme, SPIE FLEISCHHAUER stellt eine zunehmende Nachfrage im Bereich der Videoüberwachungstechnik fest. Wofür setzen Unternehmen und Institutionen Videotechnik ein?

LN: Das ist äußerst vielfältig. Sehr oft steht die Abschreckung, bzw. die Prävention von Straftaten im Vordergrund. Die Identifikation/Validierung von Ereignissen, Menschen und Fahrzeugen, z. B. in Verbindung mit Zutrittskontrollsystemen oder Schrankenanlagen und Kennzeichenerfassung ist ein weiterer Beweggrund. Neben der Sicherheit von öffentlichen Plätzen und der nachträglichen Täterermittlung bei Straftaten gewinnt aber auch die industrielle Nutzungen zusehends an Bedeutung. Die Kontrolle von industriellen Abläufen und Experimenten, insbesondere in schwer zugänglichen oder für Mitarbeiter gefährlichen Bereichen spielt dabei eine Rolle, genau wie bspw. die Langzeitbeobachtung von Baustellen oder die Warenverfolgung in Logistikzentren.

SPIE FLH digital: Was ist grundsätzlich bei dem Einsatz von Videotechnik zu beachten?

LN: Zunächst einmal §5 des Bundesdatenschutzgesetzes. Dieser regelt im Wesentlichen, dass außer zum Schutze der öffentlichen Sicherheit im öffentlichen Raum keine Bild- und Tonaufnahmen gemacht werden dürfen, auf denen Personen identifiziert werden können. Dies gilt auch für Merkmale wie bspw. Kfz-Kennzeichen, die eine Identifizierung ermöglichen. Im privaten Bereich weisen wir darauf hin, dass die Zustimmung sämtlicher betroffenen Personen, bspw. alle Mieter eines Objektes, erforderlich ist und in Unternehmen und Institutionen empfehlen wir generell die Einbeziehung der Mitarbeitervertretung. Überdies besteht eine Kennzeichnungs- bzw. Hinweispflicht für überwachte Bereiche.

SPIE FLH digital: Sogenannte Netzwerk- oder IP-Kameras sind in aller Munde. Sind die für jeden Einsatz die optimale Lösung?

LN: Das ist abhängig von dem Einsatzzweck, Einsatzort und auch der vorhandenen Infrastruktur. Wenn eine Inhouse-Überwachung geplant ist und ein entsprechend performantes IT-Netzwerk existiert, stellen IP-Kameras eine preislich attraktive und leistungsfähige Lösung dar. Häufig existiert ein Mischbetrieb aus herkömmlichen, sprich analogen und IP-Kameras. Bestimmte Kameratypen liefern in der analogen Ausführung qualitativ (zurzeit noch) bessere Ergebnisse als IP-Kameras.

SPIE FLH digital: Wie funktioniert der von Ihnen beschriebene Mischbetrieb von analoger und digitaler Technik?

LN: Zum einen wird eine Netzwerkkamera wie ein Computer über eine Datendose an einen vorhandenen Switch angeschlossen und somit in das EDV-Netz integriert. Zum anderen kann jede analoge Kamera zu einer Netzwerkkamera werden. Über sogenannte Videoserver werden analoge Videodaten ins digitale Netzwerk eingebunden. In diesem Fall würden alle Signale digital an das Aufzeichnungssystem, ein NVR (= Netzwerk-Video-Rekorder), übertragen. Alternativ ist es möglich, analoge Kamerasignale mittels 2 Drahtsender und -empfänger oder über Koaxialkabel direkt an hybridfähige Rekorder anzuschließen. Hybridfähige Digitalrekorder integrieren analoge Kameras und IP-Kameras in ein gemeinsames Überwachungssystem. Der Rekorder komprimiert die Videosignale analoger Kameras und speichert sie digital auf der Festplatte. Gleichzeitig empfängt er über das lokale Netzwerk digitale Videodaten der ins System integrierten Netzwerkkameras. Der Rekorder muss in der Lage sein, mehrere analoge und digitale Kameras anzuzeigen, zu verwalten und ihre Videos aufzuzeichnen. Die maximale Anzahl an Videokanälen ist folglich ein entscheidendes Kriterium für hybride Aufzeichnungssysteme. In diesem Zusammenhang sind auch die Bildraten und Auflösungen, mit denen die einzelnen Kanäle aufgezeichnet werden sowie die gewünschte Dauer der Datenvorhaltung ein zentraler Kostenfaktor im Gesamtsystem.

SPIE FLH digital: Wie ist der Ablauf, wenn sich jemand mit einem videotechnischen Vorhaben an SPIE FLEISCHHAUER wendet?

LN: Grundsätzlich bietet sich ein Vorort-Termin an, um in einem ersten, für den Kunden kostenlosen Beratungsgespräch zu ermitteln, was, womit, wann, wie, warum und wo videotechnisch erfasst werden soll. Durch unsere 12 im Bundesgebiet verteilten Standorte, sind die meisten Liegenschaften auf kurzen Wegen erreichbar. Daraus entsteht ein Angebot für den Kunden, welches direkt beauftragbar präsentiert wird. Alternativ erstellen wir ein Planungsangebot über die Erstellung eines kostenpflichtigen Leistungsverzeichnisses, welches vom Kunden zur Angebotseinholung am Markt verteilt werden kann. Sofern gewünscht, unterstützen wir in diesen Fällen bei der Auswahl des leistungsfähigsten und wirtschaftlich attraktivsten Angebotes. Wenn der Kunde bereits über eine Ausschreibung verfügt, beteiligen wir uns gern am Wettbewerb.

SPIE FLH digital: Herr Nahme, vielen Dank für das Gespräch!